21.05.2019, Know-How

Unsere Highlights der diesjährigen Google I/O

Es ist wohl der Traum eines jeden Android Entwicklers, einmal an Google’s grossem Event teilnehmen zu können. Lesen Sie hier unsere Highlights.

 

Von Alex Božić und Uroš Simić

 

Am 5. Mai machten wir uns auf den Weg ins sonnige Kalifornien. Voller Erwartungen und äusserst gespannt, das Neueste aus Googles Küche live erfahren zu können.

Um es vorwegzunehmen: unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Gerne teilen wir hier mit Ihnen einige unserer Highlights, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

COMMITMENT ZU MEHR DATENSCHUTZ

Mit folgenden Massnahmen macht Google wichtige Schritte in Richtung mehr Datenschutz:

  • Der Inkognito-Modus ist - wie in Chrome - neu auch für andere Apps wie Maps, Search oder YouTube verfügbar.
  • Es wird eine verbesserte Cookie-Kontrolle geben, die Werbetreibende daran hindert, Aktivitäten über unterschiedliche Websites hinweg zu verfolgen. Auch wird ein neues Anti-Fingerprinting Feature lanciert.
  • Das Nest Home Max (ehemals Google Home) verarbeitet die Gesichtserkennung auf dem Gerät, sodass keinen Daten mehr an die Google Cloud gesendet werden müssen.
  • Auch bei Android Q wird «on device processing» möglich werden. Zudem bringt Q fast 50 neue Sicherheits- und Datenschutzfunktionen für Mobilgeräte.

 

VERBESSERTE ACCESSIBILITY

Android wird in Kürze in der Lage sein, automatisiert Untertitel in Echtzeit anzuzeigen, während Benutzer ein Video abspielen oder Podcasts anhören. Mit der Funktion «Live Relay» können zudem Telefonanrufe auch in Echtzeit transkribiert werden und Benutzer haben die Möglichkeit, per Text zu antworten.

Das Projekt «Euphoria» wird dank AI-Sprachalgorithmen Menschen mit Stimmbehinderungen helfen, besser und schneller zu kommunizieren.

 

DAS NEUE ANDROID Q

Android feiert in diesem Jahr das 10-jährige Jubiläum. Nicht weniger als 2,5 Milliarden aktive Android-Geräte sind bereits auf dem Markt.

Die nächste Version des Android-Betriebssystems - Android Q - befindet sich derzeit in der Beta3-Phase und ist bereits für 21 Geräte verfügbar (einige mehr als für die vorherige Android P-Version).

Android Q wird noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und enthält zahlreiche technische Verbesserungen. Um nur einige zu nennen:

  • Support für faltbare Displays
  • Native 5G-Unterstützung
  • Zahlreiche Sicherheits- und Datenschutzverbesserungen
  • Gestenbasierte Systemnavigation
  • Google Assistant wird schneller und kann serielle Befehle annehmen
  • Nativer Dark Mode

Und natürlich vieles mehr. Wir freuen uns darauf!

 

VEREINFACHUNGEN FÜR ENTWICKLER

Goolge hat Kotlin nun offiziell zur präferierten Programmiersprache ernannt (dies nur zwei Jahre nachdem sie auf dem Markt ist). Freut uns zu hören! Denn mit Kotlin zu programmieren, bedeutet in der Tat weniger Code zu erstellen, weniger Testing und auch weniger Maintenance-Aufwand, wie wir bereits in vielen unserer Projekte festgestellt haben.

Es wurden aber auch weitere Verbesserungen angekündigt, die unser Entwickler-Dasein vereinfachen werden:

  • CameraX Support
  • Verschiedene Jetpack Verbesserungen
  • Eine neue Version von Android Studio IDE
  • Verbesserungen beim Google Play Store

Am meisten beeindruckt haben uns die Fortschritte von Jetpack Compose, Googles experimenteller API, um mit Kotlin reactive UIs zu erstellen. Dieser Ansatz ist neu in der Android-Welt und erinnert stark an die Frameworks React JS und Flutter. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen und werden dieses Framework demnächst sicherlich genauer unter die Lupe nehmen.

 

FLUTTER & MEHR

In vielen Sessions ging es nebst Android aber auch um viele andere spannende Technologien wie etwa Firebase (Googles Cloud-Plattform für Mobil- und Web-Apps), Flutter, Google Cloud, Android Car, Machine Learning sowie auch um einige neue Web-Themen und natürlich um Googles Key Feature, die Suche.

Ein vielversprechendes neues Framework ist Flutter, Googles Toolkit für die plattformübergreifende Entwicklung. Google hat die iOS-Unterstützung von Flutter verbessert und plant nun, Flutter auch aufs Web zu bringen.

Uns fiel auf, dass viele Technologien immer mehr miteinander verbunden werden. Beispielsweise kann die Machine Learning Technologie von Google nun auch via Firebase verwendet werden.

Interessanterweise - fast etwas enttäuschend - waren Themen wie Android Wear, «Fuchsia» - das OS der nächsten Generation - oder Virtual Reality fast gar kein Thema.

 

ÄNDERUNGEN IM GOOGLE PLAY STORE

Interessant für App-Entwickler und Anbieter sind einige Änderungen im Google Play Store:

  • Neu können im Play Store bis zu acht Mitbewerber-Apps ausgewählt werden, um die eigenen Apps hinsichtlich Stabilität, App-Grösse usw. zu vergleichen.
  • Google passt den App-Rating-Meccano an: Anstatt den Entwicklern die Wahl zu lassen, wann die Bewertungen zurückgesetzt werden, wie dies bei Apple der Fall ist, wird Google den App-Bewertungen aus neueren Releases mehr Gewicht geben.
  • Via Update-Info können App-Nutzer künftig zum App-Update aufgefordert werden.

 

Es wird nun etwas dauern, bis wir alles Gehörte und Gelernte verdaut und analysiert haben. Dabei werden wir uns auch an die grossartige Organisation, das gute Essen, die entspannenden Side-Events sowie die atemberaubende, kalifornische Sonne erinnern. Wir kommen auf jeden Fall wieder!

 

Einige Eindrücke der Konferenz in Bildern:

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