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7.07.2016, Events Know-How Presse Über uns

Fazit zur WWDC 2016: Evolution statt Revolution

Bereits zum zweiten Mal hatte ich das Vergnügen, an Apple’s WWDC dabei zu sein. Nachfolgend ein Fazit und einige persönliche Eindrücke von mir und meinem Teamkollegen Marko Tadic aus einer intensiven Woche.

Nicht weniger als 5'000 Entwickler, die jüngste gerade mal 9 Jahre alt, zog es an die Westküste, um an der Keynote von Tim Cook und weiteren Apple Chefs die Neuigkeiten aus erster Hand zu erfahren und das Wissen in diversen Session und Labs im Laufe der Woche zu vertiefen.

 

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Ein Feuerwerk an neuen Möglichkeiten

 

Revolutionäre Neuerungen wurden in diesem Jahr nicht vorgestellt. Dafür überzeugte Apple in jedem ihrer Produktbereiche mit soliden Weiterentwicklungen, welche Entwicklern, App-Anbietern und schliesslich auch Anwendern neue Möglichkeiten bringen.

Da die Presse bereits breit darüber berichtete, will ich an dieser Stelle nur einige der Wichtigsten erwähnen:

IMG_9335macOS: Das neue «Sierra» bringt dem Anwender Annehmlichkeiten wie etwa das automatische Entsperren via Apple Watch oder das Shared Clipboard, welches das plattformübergreifende Arbeiten auf allen Apple Geräten massiv vereinfacht. Gespannt darf man auch sein, wie solid und performant das neue Filesystem sein wird.

iOS10: Apple öffnet sich weiter und ermöglicht Integrationen von Siri, Message oder Maps in fremde Apps. So werden zum Beispiel Messenger wie WhatsApp oder Viber künftig via Call API einen eingehenden Anruf gross auf dem Lock-Screen anzeigen, genauso wie ein normaler GSM-Anruf. Oder Anbieter von Stickers oder Games können ihre Apps direkt im neuen iMessage Store anbieten.

watchOS: Die Apple Watch erhält mit watchOS3 ein verbessertes Bedienkonzept und massiv verkürzte App Ladezeiten. Weitere attraktive Funktionen kommen im Fitness-Bereich hinzu, wie etwa das Sharing von Aktivitätsdaten mit Freunden.

tvOS: Das Angebot an Video-Kanälen und Apps wird laufend erweitert, dies leider jedoch vor allem in den USA. Mit der «Remote» App wird das iPhone zur Fernbedienung für Spiele.

 

Neuerungen in den Bereichen Payment, Home-Automation und AI

 

IMG_9422Wie seit heute bekannt, ist Apple Pay auch in der Schweiz angekommen. Dies bedeutet also ernst zu nehmende Konkurrenz für Schweizer POS-Bezahllösungen wie Twint, da Apple Pay in der Anwendung doch einiges simpler funktioniert. Aber auch der Online-Checkout in native Apps und in Webshops wird dank Apple Pay stark vereinfacht: Es müssen keine Kreditkarten- oder Login-Daten eingetippt, sondern nur eine vorgeschlagene Standard-Lieferadresse akzeptiert und mittels Fingerabdruck die Zahlung ausgelöst werden (bei Bezahlungen ab Mac ist dazu noch ein iPhone oder eine Apple Watch notwendig). Schweizer Online-Händler sollten sich also bereits im Sommer mit dem Thema befassen, um die notwendigen Shop-Anpassungen noch vor dem Weihnachtsgeschäft ausrollen zu können.

Auch bei der Home-Automation geht’s weiter: Apple lanciert eine neue eigene App «Home», die es dem Anwender ermöglicht, all seine Geräte zu steuern, die «HomeKit» enabled sind. Bereits seit iOS9 ermöglicht HomeKit ja die Steuerung von Heimelektronik, die mit Apple HomeKit kompatibel sind. Bis dato musste der Anwender für die Steuerung noch die jeweiligen Hersteller-Apps herunterladen.

Im Bereich künstlicher Intelligenz (AI) will Apple AI und Privatsphärenschutz vereinen. Deep Learning Tools für z.B. Gesichtserkennung in Bildern oder Konversations-Vorschläge, basieren ja auf der Analyse möglichst vieler Nutzerdaten. Apple präsentierte nun neue Methodiken wie z.B. jene der «Differential Privacy», die den Benutzerdaten ein Rauschen hinzufügt, sodass diese analysiert werden können, ohne jedoch einen Rückschluss auf einzelne Datensätze zu erlauben. Entwicklern ist Apples AI zugänglich durch eine neue Schnittstelle mit dem klingenden Namen «Basic Neural Network Subroutines».

 

Einmaliges Konferenzerlebnis

 

IMG_9441Obwohl die Keynote und sämtliche Sessions via Streaming von überall in der Welt live miterlebt werden können, lohnt sich eine persönliche Teilnahme an der WWDC in jedem Fall.

Zum Beispiel bieten die Labs zu verschiedenen Themen Gelegenheit, diese direkt mit Apple Entwicklern vertieft zu diskutieren und Fragen beantwortet zu bekommen. Oder an Design Sessions kann man – sofern man mehrere Stunden Anstehen in Kauf nimmt – seine eigenen Apps von Apple Designern reviewen lassen.

 

IMG_9446Was die Organisation des Events betrifft, so hat diese ganz klar die Bestnote verdient. Nicht nur ist die Location 1a und die Präsentationen perfekt vorbereitet. Auch was die (kostenlose) Bewirtung mit Essen & Drinks oder die Anzahl und Qualität der Side Events betrifft, bleiben wirklich keine Wünsche offen.

Zwei Tipps für alle, die einen künftigen Konferenz-Besuch ins Auge fassen: Die WWDC Merchandising-Artikel sind jeweils bereits nach wenigen Stunden ausverkauft und man sollte, will man sich einen Platz in den vorderen Reihen der Keynote ergattern, sich mit einer aufblasbaren Sitzgelegenheit und einer warmen Decke für frostige sieben Stunden nächtlicher Wartezeit wappnen.

 

 

 

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht auf netzwoche.ch oder in der aktuellen Printausgabe der Netzwoche, Nr. 12/2016.

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