10.01.2014, Know-How

Wie funktionieren Beacons?

Geschrieben wurde ja inzwischen viel über Beacons. Doch wie funktionieren sie und wo liegt ihr Potential?

Schon jeder hat wohl bereits von Beacons gehört, diesen kleinen Leuchtürme, deren Bluetooth-Leuchtfeuer unsere digitalen Begleiter, nämlich Smartphones, durch die physische Welt führen sollen.
Apple hatte seine “iBeacons” ungewöhnlich unspektakulär mit dem Update auf iOS 7 im Herbst 2013 eingeführt

 

Was sind Beacons genau und wie funktionieren sie?

 

Beacons sind kleine Sender basierend auf Bluetooth Low Energie (BLE), einer Akku-sparenden Version von Bluetooth. Jedes Smartphone (oder Tablet) mit BLE ist somit ein potentielles Beacon, welches andere Beacons in seiner Umgebung wahrnehmen und darauf reagieren kann. Allein diese Möglichkeit ist Nährboden für viele Ideen. So richtig interessant wird die Sache aber, wenn man die BLE-Technik in eine Streichholzschachtel-grosse Box verpackt. Fertig ist ein kleiner Leuchtturm, der mittels Knopfzellenbatterie zwei Jahre lang sein Leuchtfeuer aussendet – das sogenannte “Advertising”. So ein isoliertes Beacon ist unterdessen für ca 30 Franken käuflich zu erwerben und lässt sich wunderbar hinter Dingen verstecken oder an Dinge dranhängen. Ein Smartphone mit BLE kann die Advertising-Signale bis zu einer Entfernung von ca 30 Meter empfangen und an seine Apps weiterleiten. Welche Aktionen mit dem Signalen ausgelöst werden sollen, bleibt also den Apps auf dem Smartphone überlassen. Und hier liegt ein wesentlicher Punkt: die Beacons an sich können den Smartphone-User nicht direkt tracken und entsprechende Daten sammeln. Der User muss dafür explizit eine App installieren und hat somit stets die Kontrolle, welche Dienste er nutzen möchte. Wobei nicht unbedingt klar ist, welche Informationen er dadurch von sich preisgibt; die App könnte z.B. seine Position sehr einfach an einen Server weiterleiten. Ein Smartphone kann sich im Gegensatz zu GPS mittels Beacons jedoch nicht absolut orten, sondern nur dessen Entfernung zum Beacon*. Dazu benötigt das Smartphone jedoch wesentlich weniger „Saft“ als mit GPS und die Nutzung ist auch innerhalb von Gebäuden problemlos möglich.

 

Worin liegt das Potenzial von Beacons?

 

Apple selber hat bereits US Apple Stores mit Beacons ausgerüstet. Diese dienen dazu, Kunden in den Stores abzufangen und auf’s EasyPay hinzuweisen, oder auf Produktebewertungen, wenn die iPhone-Nutzer in der Nähe von Zubehörregalen stehen. Es geht also stets darum, einen relativ präzisen, örtlichen Bezug vom Smartphone zu etwas anderem zu erkennen.

Auch andere Firmen haben das Potential erkannt und experimentieren mit dem Einsatz von Beacon, so z.B. grössere Kaufhausketten in den USA oder Paypal im Bereich kontaktloses Payment.

Doch die Nutzung von Beacons steckt noch in den Kinderschuhen und wir sind überzeugt, dass die Zukunft noch viele innovative Anwendungsfälle bereit hält.

* Via _Trilateration_ wäre zwar eine absolute Lokalisierung möglich, aber dazu müssten die exakten Positionen der Beacons auch zunächst erfasst werden.

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