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1.03.2016, Know-How

Was bewegt die «mobile Welt» im 2016?

Wie hat sich die mobile Welt im vergangenen Jahr entwickelt? Welche Trends zeichnen sich in Bezug auf mobile Technologien ab, und welche Chancen und Möglichkeiten eröffnen sich daraus für Anbieter und Konsumenten?

App-Nutzung steigt weiter – vor allem bei Phablet-Usern

Rund ein Viertel der Weltbevölkerung besitzt ein Smartphone. In der Schweiz nutzen heute gar 78% aller 15-74-Jährigen (+9% im Vergleich zu 2014) ein Smartphone und 48% ein Tablet, wie Comparis in einer aktuellen Erhebung herausfand.

Die App-Nutzung (=User öffnet eine App und generiert eine Session) hat dabei im letzten Jahr weltweit erneut um 58% zugenommen, wie Flurry Analytics aus ihrem Tracking von 2.1 Mia. Smart-Devices festgestellt hat. Überdurchschnittlich zugelegt haben: Personalisierungs-Apps wie z.B. Emoji Apps (+332%), News Apps (+135%), Utility & ProductivityApps (+125%) sowie Lifestyle & Shopping Apps (+81%).

 

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Gemäss der Studie sind Phablet-Besitzer die eifrigsten App-Nutzer: Sie verbringen rund 3-mal mehr Zeit mit ihrem Device als der Durchschnitt, und dies v.a. bei Apps mit multimedial dominierten Inhalten. Während der Marktanteil von Phablets heute bei 29% liegt, prognostiziert Flurry einen rasanten Anstieg auf 60% bis ins 2017.

Unser Fazit: Feature-Phone-User werden zur Rarität und dank sinkender Preise wird sich eine zunehmende Nutzerschicht ein Smartphone oder Tablet leisten können. Ergo dürften auch die App-Nutzung, ebenso wie die mobilen Browser-Zugriffe (gemäss statcounter weltweit bei 44%), weiterhin ansteigen.

M-Commerce legt weiter zu

Der Performance-Marketer Criteo gelangte in seinem Bericht State of Mobile Commerce zu bemerkenswerten Erkenntnissen:

  • 35% aller E-Commerce Transaktionen stammten im Q2015 weltweit von Mobilen Devices
  • Cross-Device Shopping liegt im Trend: 37% aller Kunden besuchen einen Shop vor einem Kauf auf mindestens zwei Devices, davon 31% auf einem mobilen Gerät
  • Apps konvertieren Besuche besser in Verkaufsabschlüsse als mobile Browser und sogar Desktop
  • Das Kaufvolumen pro Transkation via App ist höher als via mobile Browser oder Desktop

 

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Unser Fazit: Kein Weg führt E-Commerce-Anbieter mehr an einer mobil optimierten Browser-Version ihres Shops vorbei. Optimal positioniert im Kampf um Markteile ist man jedoch erst mit einer zusätzlichen eigenen Shopping-App, die dem User ein Optimum an Usability und Performance bietet.

Social Commerce in den Startlöchern

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Wer mobil werben will, tut dies heute – auch um Werbeblocker zu umgehen - am besten mit nativer Werbung in vielgenutzten Apps, wie zum Beispiel mit In-Feed Ads auf Facebook, Twitter oder Pinterest, oder zunehmend auch in News Apps.

Damit aber nicht genug: Social Media Plattformen, ebenso wie die zahlreichen Blogs zu allen möglichen Themen, mutieren zunehmend zu effektiven E- und M-Commerce-Boostern: Produkte werden nicht nur beworben oder empfohlen, der Interessierte kann sie auch gleich online kaufen. Nicht wenige Blogger leben mittlerweile wohl komfortabel von den Kickbacks der diversen Affiliate-Programme.

Unser Fazit: Die Grenzen zwischen Social Media, Blogs und E-Commerce verwischen zunehmend. Ideale Voraussetzungen für Spontankäufe auf dem heimischen Sofa oder wo immer man grad sein Smartphone zur Hand hat…

Gross im Geschäft: Mobile Business & Enterprise Apps

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Business Apps rangieren heute auf Platz 2 der beliebtesten Apps im Apple Store (hinter Games). Sie erleichtern Firmen etwa die standortunabhängige Kommunikation und Zusammenarbeit (Slack, Sales Force..), das Dokumentenhandling (Box, Evernote..) oder die mobile Zeiterfassung.

Der Trend geht dabei hin zu eigentlichen «mobile Enterprise Apps», die Anwendungen für einzelne Unternehmensbereiche – Sales & Marketing, Finanzen oder HR – oder branchenspezifische Lösungen bieten, wie beispielsweise die mobilen Enterprise Apps von Apple und IBM.

Nebst Standard-Lösungen setzen Firmen aber auch auf massgeschneiderte mobile Business-Applikationen, die spezifisch auf firmeninterne Use-Cases zugeschnitten sind (siehe beispielsweise die ewz-Apps für den Rollout des Zürcher Glasfasernetzes).

Unser Fazit: Es gibt wohl kein CIO oder CTO – egal ob bei KMUs oder Grossfirmen – der sich noch nicht mit dem Potential von mobilen Business- oder Enterprise-Lösungen beschäftigt hat oder noch beschäftigen wird.

Mobile Payment: Es tut sich was…

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Dass sich das Smartphone als Zahlungsinstrument früher oder später durchsetzen wird, dürfte mehr als wahrscheinlich sein. Im Moment noch experimentieren verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Modellen.

Nebst einigen kleineren Anbietern (Mobino, Muume, Klimpr) und geschäftsspezifischen Lösungen (Manor) sind jetzt auch Schweizer Big Player aktiv geworden: Zum einen UBS, ZKB und SIX Exchange mit Paymit, einer Lösung, die vorerst nur den Transfer zwischen Privatpersonen erlaubt. Zum anderen Postfinance mit Twint, die bei Coop und Migros momentan ausgerollt wird, Prepaid-basiert ist und auf Bluetooth Kommunikation setzt.

Richtig spannend wird es, wenn demnächst die internationalen Big Player ihre Angebote wie Apple Pay, Android Pay und Samsung Pay auch in der Schweiz lancieren, was in den nächsten 1-2 Jahren der Fall sein dürfte.

Unser Fazit: Die Benutzer fordern Komfort und Sicherheit. Dafür ist die gegenseitige Abstimmung von Hard- und Software unabdingbar. Wir sind deshalb überzeugt, dass nur Google, Apple oder Samsung das Zeug haben, um sich mittelfristig auf breiter Front durchzusetzen.

Virtual Reality: Vor dem Take-Off?

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Im Gegensatz zur erweiterten Realität (Augmented Reality) tauchen die User bei «Virtual Reality»-Anwendungen idealerweise völlig in computersimulierte Welten ab und gelangen zur perfekten Illusion, dass die virtuelle Welt die Reale sei. Anwendungen gibt es bereits seit längerem in der Airline-Industrie (Flugsimulatoren), im Militär oder in der Medizin, und sie erobern nun zunehmend auch den Entertainment-Markt (Games, Filme u.s.w.).

Wie auch am Mobile World Congress 2016 zu beobachten war, haben sich die Hersteller von VR-Hardware in Stellung gebracht: Zum Beispiel Samsung mit der 3. Generation ihres VR Gear Headsets, das es künftig sogar gratis zum neuen Galaxy S7 dazu geben soll. In Kombination mit der angekündigten 3D-Kamera Gear 360 wird der Anwender VR nicht nur konsumieren, sondern auch gleich selber produzieren können. Fürs High-End Segment gibt es etwa «Oculus Rift» und «HTC-Vive», die auf PC-gestützte Rechenleistung setzen und qualitativ die Smartphone-VR natürlich ausstechen.

Unser Fazit: Wer VR schon mal selber ausprobiert hat, kann den potentiellen Suchteffekt leicht nachvollziehen. Wir denken, dass insbesondere die Smartphone-VR dank immer günstigerer Hardware verbunden mit einem wachsenden App-Angebot schon bald einen regelrechten Boom erleben könnte.

Die Vernetzung der «Dinge» schreitet voran

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Glaubt man den Prophezeiungen von Gartner, so werden Ende 2016 bereits 6.4 Milliarden «Dinge» im Internet of Things (IoT) vernetzt sein (30% mehr als im 2015). 20.8 Mia. sollen es im 2020 werden.

Das IoT erhält Einzug in nahezu alle Bereiche. Die Energieversorgung wird «smart», ebenso wie Produktions- und Transportsysteme, Gebäude, medizinische und Haushaltgeräte, Autos, oder Wearables wie Uhren und Kleider u.v.m. Am Beispiel «Home-Automation»: Man kann man sich heute via App seinen präferierten Kaffee remote brauen lassen oder auf dem Smartphone-Screen seine Beleuchtung, Jalousien und Klima regulieren.

Am diesjährigen Innovation World Cup in Barcelona wurden gleich zwei Schweizer IoT-Innovationen prämiert: Kizy, das mit einem kleinen Tracker auf einfache Art eine globale Lokalisierung und Verfolgung von Objekten ermöglicht und My Lock, eine Schliesslösung, die das Smartphone in einen virtuellen Schlüsselbund für Türen, Briefkästen und Möbel verwandelt.

Smartphones spielen im IoT eine wichtige Rolle. Zum Beispiel dienen sie als «Remote Control» oder bieten Zusatzservices wie Ersatzteilbestellung oder Payment. Zum anderen können sie «Server/Storage Plattform» selbst sein, überall da, wo Netzverfügbarkeiten und -Bandbreiten und eine hohe Daten-Sensitivität gegen die Datenhaltung in einer zentralen Cloud sprechen.

Unser Fazit: Das IoT wird uns zweifellos noch viele Annehmlichkeiten bringen und Firmen neue Geschäftsfelder eröffnen. Wie auch internetsociety.org schreibt, werden sich aber gleichzeitig auch Problemfelder rund um Sicherheit (Cyberattacken) oder Privatsphärenschutz massiv akzentuieren.

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