8.11.2019, Know-How

Typewise – wie zwei Schweizer ihre Vision eines smarten Mobile Keyboards realisierten

Was es braucht, um aus einer Vision ein ausgereiftes Produkt zu kreieren, erzählen Ihnen die beiden Startup Gründer hier.

 

 

Interview mit Janis Berneker & David Eberle, Co-Founder von Typewise Keyboard

 

 

Janis und David, wie entstand Eure Vision, die Mobile-Tastatur der Zukunft zu entwickeln?

Die Inspiration entstand primär aus persönlichen Painpoints in der täglichen Anwendung der herkömmlichen Smartphone Tastatur, die auf einem 140 Jahre alten Konzept basiert. Wir kennen sie alle: Kleine Tasten, viele Vertipper, Zeitverlust usw.

Dagegen wollten wir etwas tun. Unsere Vision war es, eine völlig neue Tastatur für Smartphones zu konzipieren die einfach ist und einfach Spass macht.

 

Was sind denn die Hauptvorteile von Typewise gegenüber der herkömmlichen Tastatur?

Das UI-Konzept von Typewise sorgt dafür, dass Tippfehler um 80% reduziert werden und die Tippgeschwindigkeit gesteigert werden kann.

Mit dem von uns patentierten “Honeycomb”-Layout hat der User hat mehr Platz und vertippt sich weniger. Dank einfachen Swipe-Gesten kann er ganze Sätze löschen bzw. wiederherstellen oder Grossbuchstaben und Sonderzeichen generieren.

Ein Algorithmus sorgt für Personalisierung: Der Anwender erhält aufgrund seiner Schreib-History immer relevantere Eingabe- oder Korrekturvorschläge, die er mit einem einfachen Klick nur noch bestätigen kann.

Last but not least ist der totale Datenschutz ein grosser USP von Typewise. Bei vielen Konkurrenzprodukten sieht der Hersteller alles, was der Nutzer tippt. Typewise arbeitet hingegen völlig ohne Cloud-Anbindung.

 

 

 

herkömmliche Tastatur
Typewise Keyboard

 

➔ Mehr Platz – 80% weniger Typos

➔ Mehr Speed dank Swipe Gesten

➔ AI-basierte Eingabe- & Korrekturvorschläge

➔ Totale Datensicherheit

 

 

 

Ihr wart ja nicht die ersten mit dem Ziel, die Smartphone Tastatur zu revolutionieren. Wie seid ihr vorgegangen, um Euer Produkt von der Konkurrenz abzuheben?

Von der Vision zum MVP haben wir uns Zeit gelassen. Nebst Konkurrenzanalysen haben wir auf User Feedback in allen Entwicklungsschritten gesetzt. Zu Beginn befragten wir über 200 User nach ihren grössten Painpoits mit der Standardtastatur. Diese Erkenntnisse flossen in unseren Proof of Concept ein, den wir auf Kickstarter validierten, bevor wir die Version 1.0 entwickelten und als MVP in die Stores brachten.

Nach dem Launch haben wir eine Community aufgebaut, die uns geholfen hat, die App zur Version 2.0 weiterzuentwickeln, die nochmals um einiges intelligenter und schneller wurde. Diese ist im Moment als Beta erhältlich und wird Ende 2019 gelauncht. Übrigens führen wir mit dem Launch der V2.0 auch einen neuen Namen ein: aus WRIO (V1.0) wird Typewise.

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Community gemacht? Wird erwartet, dass jeder Input auch umgesetzt wird?

Die Mehrheit der Inputs aus der Community ist wirklich sehr gut und enorm hilfreich, von der Fehlermeldung bis hin zu konkreten neuen Ideen. Oft geben auch Fragen wichtige Hinweise auf Optimierungsmöglichkeiten.

Natürlich können wir nicht jede Anregung oder Idee umsetzen, vor allem nicht immer sofort. Auch hier hilft uns die Community, in dem sie aufgebrachte Ideen bewertet und kommentiert.

Wichtig ist, dass wir mit den Teilnehmern aktiv kommunizieren und aufzeigen, was wir wann umsetzen werden und was nicht.

 

Ihr habt ja auch bei der Anschubfinanzierung auf die Crowd gesetzt. Könnt ihr etwas über eure Erfahrungen mit Kickstarter erzählen?

Ja richtig, wir konnten die erste Version dank Kickstarter finanzieren. Wir hatten rund 15’000 Franken zusammengebracht.

Es war allerdings alles andere als einfach. “Nur” Freunde und Familie zu motivieren genügt ja in der Regel nicht. Wir haben rasch gemerkt, dass es ganz schön viel braucht, um auf Kickstarter aufzufallen. Unabdingbar ist ein möglichst professionell designter Auftritt mit guten Texten und vor allem coolen Videos. Dann haben wir auf allen möglichen Wegen versucht, auf unser Projekt aufmerksam zu machen. Vor allem haben uns dabei PR-Beiträge geholfen, u.a. im 20 Minuten oder auf Techcrunch. Auch haben wir über unser Portal E-Mail-Adressen gesammelt und via Newsletter laufend über den Funding-Fortschritt informiert.

 

Auf welchen Technologien basiert Typewise?

Die Apps sind native für die Plattformen iOS (Swift) und Android (Kotlin) geschrieben. Diese Technologiewahl haben wir getroffen, um eine bestmögliche User Experience sicherzustellen, v.a betreffend Performance und Sicherheit.

Zum Thema Sicherheit können wir verständlicherweise nicht ins Detail gehen. Sie steht wie gesagt ganz zuoberst, da wir den Usern grösstmögliche Datensicherheit bieten wollen. Da bedeutet zum unter anderem, die App keine Daten in die Cloud schreibt. Das Machine Learning funktioniert somit mit den eigenen Daten, die auf dem eigenen Gerät gespeichert werden. Verbesserungen des Algorithmus aus unserem “Public Data Modell” fliessen periodisch via Update in die Apps ein.

 

Welche Ziele habt ihr Euch für die Zukunft gesetzt und wie wollt ihr diese erreichen?

Wir stehen heute bei 38’000 bezahlten Downloads und wollen im 2020 die Millionengrenze erreichen. Das tönt jetzt nach einem riesen Schritt, wir glauben aber, dies schaffen zu können, auch dank einem Freemium Modell, welches gewisse Grundfunktionen gratis anbietet. Die Hürde einer initialen Bezahlung ist sehr gross und mit dem neuen Payment-Modell erhoffen wir uns, rasch eine viel grössere Reichweite erreichen zu können.

Natürlich werden wir auch nach dem Launch der Version 2.0 unser Produkt laufend weiterentwickeln und optimieren. Höchstmögliche Qualität steht dabei im Vordergrund, denn die Downloads sind ja nur die halbe Miete. Wir haben deutlich feststellen können, wie sich die Kundentreue mit der stetigen qualitativen Verbesserung unseres Produkts laufend erhöht hat.

Betreffend App Marketing setzen wir auf die vielen Online Möglichkeiten, die sich heute bieten. So haben wir auf Product Hunt beispielsweise dank einem guten 5. Platz sehr viele neue Beta Nutzer generieren können. Stand jetzt sind wir bei über 20‘000 Beta-Nutzern.

 

 

Janis Berneker (2. von links) & David Eberle (2. von rechts) mit dem appculture Entwicklerteam in Belgrad

 

 

Laden Sie hier die 2.0 Beta-Version gratis herunter!

 

 

 

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