21.06.2017, Events Know-How Presse

Die Highlights der WWDC 2017 aus Entwicklersicht

Nebst neuer Hardware hatte Apple auch softwareseitig vieles in petto. Yves, unser Head of Innovation & Technology, war vor Ort.

 

Es hiess früh aufstehen, wenn man sich einen Platz in den vorderen Rängen der WWDC-Keynote ergattern wollte. Diese fand erstmals im «San Jose Convention Center» in San Jose statt, eine gute Zugstunde von San Francisco entfernt.

Präsentiert wurde viel neue und verbesserte Hardware, etwa der HomePod, iPad Pros oder der iMac Pro. Aber auch auf Softwareseite gab es viel Spannendes.

Während der Konferenztage hatten wir die Möglichkeit, zahlreiche Sessions und Labs zu besuchen und Fragen mit Apple-Entwicklern zu diskutieren. Nachfolgend einige Highlights, die für Anbieter und Entwickler von Apps interessant sein dürften.

 

Augmented Reality

Mit iOS11 wird das «ARKit» SDK  lanciert. Das Framework, bietet - zusammen mit anderen Frameworks wie SpriteKit und SceneKit (welche vor allem in der Entwicklung von Spielen genutzt werden) - zahlreiche Möglichkeiten, 3D- oder auch 2D-Objekte sowie Informationen durch die iPhone Kamera in der realen Welt darzustellen. Beeindruckend dabei sind die Fortschritte bei der Auflösung, Qualität und Performance. Meines Erachtens gelingt Apple damit ein grosser Schritt in die AR-Welt.

 

Machine Learning

Ebenso spannend ist das «MLKit», womit Lernmechanismen in Apps implementiert werden können. Ab nun ist es etwa möglich, mit «Text Prediction» bei der Eingabe von Texten Vorschläge anzuzeigen sowie «Handwriting Recognition» für die Erkennung von Symbolen zu verwenden. Mit dem neuen «Vision Framework» können dank Gesichtserkennung Fotos und Videos erkannt werden. Zudem besteht neu auch die Möglichkeit, Fotos und andere Daten mit «Natural Language Processing» (NLP) zu «erkennen», was beispielsweise für die Suche nach Objekten in Fotos oder Videos hilfreich ist.

 

NFC wird (teilweise) geöffnet

Ein erster Schritt ist getan: Apple öffnet ihre NFC-Schnittstelle zumindest partiell. Mit dem «Core NFC Framework» können Apps NFC Tags (NDEF Daten) lesen, um den Nutzern mehr Informationen über ihre physische Umgebung und die realen Objekte zu geben. Dies können etwa Informationen über Produkte in Geschäften oder über Objekte in Museen und Ausstellungen sein. Daten können aber nur gelesen und nicht gesendet werden (one-way) und dies nur ab iPhone 7 bzw. 7 Plus.

 

watchOS: SiriKit-Integration und mehr

SiriKit kann nun auch bei watchOS4 verwendet werden, was es möglich macht, Funktionen über Siri in Apps auszuführen. Und mit der «Siri watchface» erhält der Anwender eine auf ihn abgestimmte Timeline für den ganzen Tag. Spannend auch, dass sich neu Anwendungen von Dritt-Herstellern - zum Beispiel Blutzucker-Messgeräte - via Bluetooth ansteuern lassen. Zudem bietet das watchOS 4 ein neues, gelungenes Design für Watch Apps im Dock.

 

Neue Möglichkeiten im App-Store Deployment

Der neu gestaltete App-Store wird nicht nur Anwendern, sondern auch App-Anbietern neue Möglichkeiten bieten. Zum Beispiel können nun (optional) bei jedem neuen App-Release Reviews von älteren App-Versionen beibehalten werden. Das kann von Vorteil sein, wenn man nur einen kleineren Bugfix-Release einreichen möchte. Neu kann zu Testzwecken einer neuen App-Version die Anzahl Downloads limitiert werden. Zudem lassen sich die App-Marketingmöglichkeiten verbessern, zum Beispiel mit bis zu drei möglichen (lokalisierbaren) App-Videos.

 

Verbesserte Entwickler-Umgebung

Apple vereinfacht das Entwicklerleben: Xcode 9 bietet nun die Möglichkeit für ein sprachenübergreifendes Refactoring, was seit der Einführung von Swift nicht mehr möglich war. Die gesamte Intelligenz im Xcode wird mit dem neuen, in Swift geschriebenen, Code-Editor massiv verbessert. Auch das Debuggen von Apps wird effizienter, da sich mehrere Simulatoren gleichzeitig öffnen lassen und endlich auch kabelloses Debugging möglich ist. Swift 4.0 hingegen bringt keine grossen Änderungen, was den Schluss nahelegt, dass sich die Syntax von Swift mittlerweile stabilisiert hat.

 

Mein Fazit

Persönlich am spannendsten finde ich die Entwicklungen im Bereich AI/Machine Learning, die die User Experience auf allen Geräten nachhaltig verändern werden. Was die Konferenz an sich betrifft: ein wiederum perfekt organisierter Event! Die Aufteilung der Session-Räume und Labs verteilte die Masse an Leuten sehr gut und die Stimmung unter den aus der ganzen Welt angereisten Entwicklern und Scholars war top.

 

Dieser Artikel ist auch in der Netzwoche online und in der Printausgabe 11/2017 erschienen.

 

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